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Gesucht wird…

Unternehmen suchen in Stellenanzeigen gerne nach motivierten Kandidaten, manchmal gibt es sogar Formulierungen wie: „Sie sind äußerst motiviert, engagiert und handeln proaktiv? Dann bewerben Sie sich bei uns.“

Was mich daran wundert, ist die Darstellung von Motivation als Charaktereigenschaft. Die Denkweise lautet dann: Entweder man ist motiviert oder man ist es nicht – unabhängig vom Kontext.

Dabei ist Motivation doch eine emotionale Triebkraft für unser Handeln, die je nach Situation und persönlicher Veranlagung unterschiedlich ausgelöst wird. Fühle ich mich energiegeladen, um etwas Bestimmtes zu erledigen, dann brauche ich keine zusätzliche Hilfe. Wenn ich allerdings gerade keinen „Schub“ verspüre, dann habe ich trotzdem Möglichkeiten, wie ich etwas erledigt bekomme.

Entweder ich kenne die Motive, die mich üblicherweise in Gang bringen, und verändere meine Umgebung so, dass sie für mich motivierender wirkt. Wenn ich weiß, dass ich auf Anerkennung, Einfluss, Status oder andere Motive anspringe, dann kann ich diese nutzen.
Oder aber ich beiße mich durch, obwohl ich nicht von einer Welle getragen werden. Mit reiner WIllenskraft oder aus Gewohnheit kann ich dann tun, was getan werden muss.

Diese beiden Möglichkeiten fallen in der Psychologie in den Bereich der Volition, was man unscharf als den Prozess der Zielerreichung durch Willenskraft bezeichnen kann. Volition ist eine kognitive Leistung. Volition kann man lernen.

Sollten Unternehmen nicht eher nach hoher Willenskraft Ausschau halten?

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Ich blogge – ganz automatisch

Im letzten Artikel habe ich über die Kette AuslöserVerhalten Belohnung geschrieben. Und jetzt schlage ich die Brücke und wende diese Kette auf meinen Blog an.

Das Verhalten, das zur Gewohnheit werden soll, ist offensichtlich das Schreiben an diese Blog. Also brauche ich einen Auslöser, der dazu passt. Da bietet sich der Moment an, an dem ich mich an meinem privaten Schreibtisch an meinen PC setze.

Ich werde also jeden Tag beim ersten Platznehmen an meinem PC meine Blogsoftware öffnen und schauen, was ich schreiben kann. Selbst an Tagen, an denen ich wenig Zeit oder Lust habe, nehme ich zumindest kleine Änderungen vor oder tippe einen kurzen Entwurf.

Und als Belohnung rufe ich danach die Zugriffsstatistiken auf. Für mich wirkt das als Belohnung, selbst wenn dort nur Zugriffe vom Google-Bot stehen. Ich bin neugierig, wie sich die Zugriffe entwickeln und die Befriedigung meiner Neugier ist Belohnung genug.

Ob sich auf Dauer auch ein Verlangen entwickelt und damit das Verhalten als ganzes zur festen Gewohnheit? Wir werden sehen.

 

Update 04.11.:

Am Anfang habe ich das wirklich so gemacht, dass ich täglich etwas am Blog verändert habe. Inzwischen sind es eher 1-3 echte Änderungen pro Woche. Das Schöne dabei ist, dass es sich wirklich wie eine Gewohnheit anfühlt. Ich brauche mich nicht groß dazu zu entscheiden, ich wende mich fast automatisch dem Bloggen zu.

Zusätzlich denke ich im Laufe der Woche oft über die Inhalte nach, lese etwas dazu oder unterhalte mich darüber. Das habe ich zwar früher auch gemacht, schliesslich sind die Themen ein großes Hobby von mir. Doch das Bloggen schafft hier für mich etwas Verbindlichkeit. Ich springe weniger thematisch hin und her und achte stärker darauf, dass ich Gedanke auch zu Ende verfolge.

Die Zugriffszahlen meines Blogs werte ich weiter mit einem einfachen Plugin aus. Die Ergebnisse machen es mir schwer, zwischen Suchmaschinen-Bots und echten Lesern zu unterscheiden. RSS-Leser bekommen ich gar nicht mit, glaube ich. Doch allein die Rückmeldung „Es liest jemand“ finde ich schon gut!

Zugriffszahlen meines Blogs

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Ein neues Verhalten etablieren

Um dauerhaft dieses Blog mit Inhalten zu versorgen, stelle ich mir folgende Fragen:

  • Wie halte ich durch, woher nehme ich die nötige Willenskraft?
  • Wie motiviere ich mich, woher kommt meine Energie?
  • Wie schaffe ich es, dass das Bloggen wie von selbst läuft?

Die ersten beiden Fragen sind die Aspekte Denken und Fühlen. Sicherlich werde ich Zeiten haben, in denen es hier mal hakt, doch aktuell steht hier alles auf „grün“. Daher konzentriere ich mich auf die dritte Frage, auf das Etablieren von Gewohnheiten.

Wie man eine neue Gewohnheit fest in sein Leben verankert, hat sich wohl jeder schon einmal gefragt. Von frommen Wünschen und spontanen Neujahrsvorsätzen bis hin zu hochgradig spezialisierten Konzepten wie Weight Watchers gibt es eine breite Palette von Ansätzen.

Auch die Wissenschaft hat sich intensiv damit beschäftigt. Psychologen, Neurologen, Soziologen und viele mehr haben sich dem Themen aus unterschiedlichen Richtungen genähert und dabei auch erstaunlich genaue Modelle entwickelt. Die größten Nutzer dieser Erkenntnisse sind dabei leider nicht du und ich – sondern die Werbefachleute!

Lange Zeit setze die Werbung auf die Kette AuslöserVerhalten Belohnung, um aus ihrer Zielgruppe gewohnheitsmäßige Kunden zu machen. Doch Neurologen haben jetzt deutlich gemacht, warum diese Kette nur unter bestimmten Voraussetzungen funktioniert.

Diese Erkenntnisse ziehe ich übrigens nicht an den Haaren herbei, sondern aus dem Buch „The Power of Habit“ von Charles Duhigg, welches ich gerade lese. Und darin steht, dass sich eine Gewohnheit erst dann bildet, wenn die Belohnung erwartet wird. Diese Erwartung sollte sich am besten als spürbares Verlangen zeigen, dann handeln wir ganz automatisch, sobald wir den Auslöser wahrnehmen.

Ein Beispiel für eine Gewohnheit, die ich vor Jahren gesprägt habe und die immer noch wirksam ist:

Bei jeder morgendlichen Dusche wollte ich mich am Schluss kalt abduschen. Der Auslöser war also, dass ich fertig mit dem Duschen war. Einige Tage oder Wochen lang habe ich dann mit Willenskraft die bewusste Entscheidung getroffen, mich kalt zu duschen (Verhalten). Und jedes mal setzte nach kurzer Überwindung und leichtem Schauer ein gutes körperliches Gefühl ein. Ich habe das noch verstärkt, in dem ich grinsend und prustend unter dem kalten Wasser herumgehüpft bin. Und so hatte ich meine Belohnung: Gute Laune, ein wohliges Gefühl beim Abtrocknen und keine Müdigkeit mehr. Inzwischen freue ich mich täglich so sehr auf die kalte Dusche, ich habe ein echtes Verlangen danach!

 

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Selbstverpflichtung mit System

Commitment Device ist ein Sammelbegriff für Verhaltensweisen und Tools, die bei der Erreichung eines Ziel unterstützen sollen – und zwar speziell bei dem Aspekt des Durchhaltens.

Diese Selbstverpflichtungsunterstützungen können mit Belohnung oder Strafe arbeiten, im Stillen oder öffentlich wirken und sind jeweils nur unter bestimmten Umständen wirksam.

Viele Raucher werfen Zigaretten und Feuerzeug weg, verkünden ihren Plan zum Nichtraucher zu werden unter Freunden und suchen ein Urlaubsziel aus, dass sie mit dem gesparten Geld besuchen wollen. Dass in diesem Fall nur ein kleiner Teil der Versuche erfolgreich ist, liegt in diesem Fall nicht am Urlaubsziel, sondern an der Hartnäckigkeit der Nikotinsucht. Nun bin ich in der glücklichen Lage, dass meine Selbstverpflichtung ein leichteres Kaliber ist:

Ich entscheide mich, im Schnitt mehr als einen Artikel pro Woche hier im Blog zu veröffentlichen.

Als Commitment Device nutze ich – zusätzlich zu diesem Artikel – das Tool Beeminder. Beeminder funktioniert gut für Ziele, bei denen man eine große Aufgabe innerhalb einer großen Zeitspanne erledigen möchte. Und damit nicht das große Aufschieben einsetzt, fordert Beeminder, dass man das ferne Ziel schon in der Gegenwart messbar macht.

So wird also aus „In zehn Wochen muss meine 100-Seiten Diplomarbeit fertig sein.“ die Selbstverpflichtung „Ich bringe jede Woche mindestens 10 Seiten meiner Diplomarbeit in abgabereife Form.“. Beeminder macht dann den Fortschritt anhang schöner Diagramme deutlich und warnt kurz vor Unterschreiten der Minimum-Linie. Optional kann man sich auch stärker an seine Verpflichtung binden, in dem man einen Geldbetrag setzt.

Die Entstehungsgeschichte und die (wissenschaftlichen) Hintergründe sind ausführlich in diesem guten Beitrag beschrieben: How To Do What You Want: Akrasia and Self-Binding

Und hier geht es zu meinen Zielen auf Beeminder.

Update 01.07:

So sieht die Grafik momentan aus:

Blogartikel visualisiert durch Beeminder

Update 04.11.:

Vier Monate später kann ich sagen, dass dieser Artikel und das Verfolgen meines Ziels auf Beeminder ganz entscheidend dazu beigetragen haben, dass ich die Blog beständig mit Inhalte befülle. Ich bin weiterhin gut motiviert und habe Spaß am Bloggen. Doch ohne diesen Anstoß von Beeminder, dass es mal wieder Zeit wird, würde ich mich vermutlich nur halb so oft an den Rechner stellen und in Ruhe etwas schreiben.

Als Artikel im Sinne des Ziels zähle ich übrigens nur Blogposts mit ausreichend eigenem Inhalt. Mal schnell ein Video zu verlinken oder ein Zitat zu bringen, entbindet mich also nicht von diesem Ziel.

Wie man an dem unten stehenden Bild sieht, hab ich mich in letzter Zeit in einen Wochenrythmus eingependelt. Ich nehme mir jetzt mal die Freiheit, ein paar Artikel mit Updates wie diesem zu bestücken und diese jeweils in Beeminder zu zählen. Dadurch sollte ich wieder etwas Abstand zur gelben Minimum-Linie bekommen.

Die flachere Zone im August/September ist übrigens durch Krankheit und Urlaub bedingt.

Miene Fortschritte beim Bloggen

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Erfolgreich bloggen

Ich habe in meinem Leben schon viele langfristige Ziele verfolgt. Und wenig überraschend bin ich auch schon oft auf dem Weg zum Ziel gescheitert. Doch gerade wenn mir ein Ziel besonders wichtig war, dann habe ich es meist auch erreicht.

Mein neues Ziel:

Ich mache dieses Blog für mich persönlich zu einem Erfolg.

 

Dieses Ziel habe ich bewusst nicht SMART formuliert. Es soll gar kein Enddatum geben, an dem ich nachprüfe, ob ich das Ziel erreicht habe, und dann die Füße hochlege.

Statt dessen geht es mir um eine dauerhafte Verhaltensänderung. Wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, geht es damit auch um die Thema „innerer Schweinehund“, Motivation und Willenskraft.Und vielleicht am Wichtigsten: Es geht darum, mir Gewohnheiten zu schaffen, die mich quasi automatisch zu meinem Ziel bringen.

Passenderweise sind diese Themen gerade auch Inhalte dieses Blogs. Ich werde also die Inhalte fürs Bloggen nutzen und über die Inhalte bloggen.

Wechseln auf die Meta-Ebene find ich toll!