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Selbstverpflichtung mit System

Commitment Device ist ein Sammelbegriff für Verhaltensweisen und Tools, die bei der Erreichung eines Ziel unterstützen sollen – und zwar speziell bei dem Aspekt des Durchhaltens.

Diese Selbstverpflichtungsunterstützungen können mit Belohnung oder Strafe arbeiten, im Stillen oder öffentlich wirken und sind jeweils nur unter bestimmten Umständen wirksam.

Viele Raucher werfen Zigaretten und Feuerzeug weg, verkünden ihren Plan zum Nichtraucher zu werden unter Freunden und suchen ein Urlaubsziel aus, dass sie mit dem gesparten Geld besuchen wollen. Dass in diesem Fall nur ein kleiner Teil der Versuche erfolgreich ist, liegt in diesem Fall nicht am Urlaubsziel, sondern an der Hartnäckigkeit der Nikotinsucht. Nun bin ich in der glücklichen Lage, dass meine Selbstverpflichtung ein leichteres Kaliber ist:

Ich entscheide mich, im Schnitt mehr als einen Artikel pro Woche hier im Blog zu veröffentlichen.

Als Commitment Device nutze ich – zusätzlich zu diesem Artikel – das Tool Beeminder. Beeminder funktioniert gut für Ziele, bei denen man eine große Aufgabe innerhalb einer großen Zeitspanne erledigen möchte. Und damit nicht das große Aufschieben einsetzt, fordert Beeminder, dass man das ferne Ziel schon in der Gegenwart messbar macht.

So wird also aus „In zehn Wochen muss meine 100-Seiten Diplomarbeit fertig sein.“ die Selbstverpflichtung „Ich bringe jede Woche mindestens 10 Seiten meiner Diplomarbeit in abgabereife Form.“. Beeminder macht dann den Fortschritt anhang schöner Diagramme deutlich und warnt kurz vor Unterschreiten der Minimum-Linie. Optional kann man sich auch stärker an seine Verpflichtung binden, in dem man einen Geldbetrag setzt.

Die Entstehungsgeschichte und die (wissenschaftlichen) Hintergründe sind ausführlich in diesem guten Beitrag beschrieben: How To Do What You Want: Akrasia and Self-Binding

Und hier geht es zu meinen Zielen auf Beeminder.

Update 01.07:

So sieht die Grafik momentan aus:

Blogartikel visualisiert durch Beeminder

Update 04.11.:

Vier Monate später kann ich sagen, dass dieser Artikel und das Verfolgen meines Ziels auf Beeminder ganz entscheidend dazu beigetragen haben, dass ich die Blog beständig mit Inhalte befülle. Ich bin weiterhin gut motiviert und habe Spaß am Bloggen. Doch ohne diesen Anstoß von Beeminder, dass es mal wieder Zeit wird, würde ich mich vermutlich nur halb so oft an den Rechner stellen und in Ruhe etwas schreiben.

Als Artikel im Sinne des Ziels zähle ich übrigens nur Blogposts mit ausreichend eigenem Inhalt. Mal schnell ein Video zu verlinken oder ein Zitat zu bringen, entbindet mich also nicht von diesem Ziel.

Wie man an dem unten stehenden Bild sieht, hab ich mich in letzter Zeit in einen Wochenrythmus eingependelt. Ich nehme mir jetzt mal die Freiheit, ein paar Artikel mit Updates wie diesem zu bestücken und diese jeweils in Beeminder zu zählen. Dadurch sollte ich wieder etwas Abstand zur gelben Minimum-Linie bekommen.

Die flachere Zone im August/September ist übrigens durch Krankheit und Urlaub bedingt.

Miene Fortschritte beim Bloggen

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