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Haltung bewahren

Vor einiger Zeit hatte ich zum wiederholten Mal ein Rückenproblem. Es war recht schmerzhaft und zusätzlich hat der Orthopäde mit einer erschreckenden Langzeitprognose gedroht. Eine meiner Bandscheiben ist schon dünner geworden und könnte auf Dauer einen ernsten Schaden davon tragen.

Sofortmaßnahmen

Und weil ich so richtig aufgeschreckt wurde, habe ich gleich Sofortmaßnahmen ergriffen. Als erstes habe ich mir ein Tempur-Kissen gekauft, da die Schmerzen immer über Nacht aufgetreten sind. Jetzt schlafe ich mit geraderer Wirbelsäule und hatte seit dem kein schmerzvolles Erwachen mehr.

Als zweite Änderung habe ich meinen privaten Schreibtisch um ein paar Zentimeter erhöht. Mangels Höhenverstellung habe ich zwei einfache Latten unter die Füße montiert. Ich habe mir davon eine ergonomischere Sitzhaltung versprochen. Doch was ich mir damit wirklich besorgt habe, war ein ruhiges Gewissen.

Ich sitze zu viel.

Beruflich sitze ich fast nur und danach bin ich zu Hause und sitze dort noch vorm Fernseher und noch länger vorm Computer. So viel Sitzen kann auch kein Sport ausgleichen, wie mir die letzte Massage klargemacht hat. Die rechte Seite (der Mausarm) war total verspannt und auch der Rest des Rückens war nicht gerade locker. Da war also wieder meine innere Stimme, die deutlich mir macht, dass ich meinen Rücken noch länger gesund erhalte möchte.

Ein Stehtisch

Neulich hatte ich von englischsprachigen Bloggern gelesen, die sich Stehtische gebaut hatten. Die dort geschilderten Erfahrungen waren so positiv, dass ich mir selber auch vorstellen konnte, vor meinem Schreibtisch zu stehen.

Daher war der Stehtisch die nächste Maßnahme, die mir für meinen Rücken eingefallen ist. Drei Besuche in Baumärkten später hatte ich mir aus einer massiven Platte und vier 40cm langen Füßen einen Aufsatz für meinen Schreibtisch gebaut. So kann ich den Umbau auch schnell wieder zurückbauen, falls mir danach ist.

Im Stehen

Seit einigen Tage stehe ich nun vor meinen Computer. Die ersten Erfahrungen sind überwiegend positiv, wenn ich auch noch ein wenig Anpassungsschwierigkeiten habe. Hier in Kurzfassung, was ich bislang bemerkt habe.

  • Meine Haltung ist deutlich aufrechter als früher
  • Meine Waden machen sich bemerkbar
  • Stehen ist etwas anstrengender als Sitzen
  • Ich unterbreche häufiger mal
  • Ich arbeite nicht so lange am Stück
  • Ich lasse den PC häufiger an
  • Wenn mir nach Chillen ist, lande ich eher vor dem Fernseher als vor dem PC

Fazit und Ausblick

Es muss nicht immer der Kampf mit Vorsätzen und Gewohnheiten sein. Oft ist es leichter, die Umgebung zu ändern. Das eigene Verhalten ändern sich dann mit.

Nur sind nicht alle Effekte positiv. Wenn ich mich in Zukunft mehr mit krummen Rücken vor den Fernseher setze, dann habe ich auch nichts gewonnen. Ein wenig Aufmerksamkeit werde ich also noch brauchen. Und bei meinem PC werde ich mal in die Energieoptionen (Standby) schauen.

6 Kommentare

  1. Moin Volker,
    es ist soweit, mein eigener Steharbeitsplatz nimmt Form an 🙂 Dein Beitrag hat ein Stück weit mit zur Inspiration beigetragen. Bin gespannt wie sich das Arbeiten in der Praxis daran entwickelt. Muss nur noch den Bau abschließen, dann kann es los gehen.
    Wie ist es dir ergangen, konnten die angestrebten Gewohnheitsveränderungen in die Tat umgesetzt werden?
    Gruß Arne

    http://goo.gl/AHhf5 <- Link zu meinem Beitrag zum Thema

    • Hallo Arne,
      für meinen Rücken ist der Stehtisch auf jeden Fall eine gute Wahl.
      Auch sonst bin ich mit der Lösung recht zufrieden. Mein PC ist meist in Standby und daher sofort einsatzbereit. Daher gehe ich auch mal gezielt für eine Sache an den Stehtisch und danach wieder weg.
      Nur wenn man mal krank ist, dann kann es schon recht angenehm sein, wenn doch ein Stuhl in der Nähe ist.
      Grüße Volker

  2. Pingback: Der Steharbeitsplatz, weniger Komfort = mehr Produktivität? | Controlled Self

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