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Bloggen als „Keystone Habit“

Seit ich im Frühjahr 2012 das Buch „The Power of Habit“ gelesen habe, habe ich viele neue Gewohnheiten in meinen Alltag aufgenommen. Eine davon war und ist für mich dabei ganz zentral und wirkt als Ursache und Energiequelle für viele andere: Das Schreiben in diesem Blog.

Bloggen macht mich besser!

 

Ironischerweise setze ich damit um, was ich beim Lesen des oben genannten Buchs noch nicht verstanden hatte. Es ist das Konzept der „Keystone Habits“. Das sind Gewohnheiten, die, wenn man sie umsetzt, gleich mehrere andere positive Verhaltensänderungen nach sich ziehen. Wenn man es richtig macht, baut man eine Grundlage, die durch viele kleine Erfolgserlebnisse immer größere Siege nach sich zieht. Aber wie macht man das?

Das Beispiel aus dem Buch war für mich zwar verständlich, aber wenig greifbar. Dass Michael Phelps als 18-facher Goldmedaillen-Gewinner in jahrelanger Trainings- und Mental-Trainings-Arbeit mit Hilfe von „Keystone Habits“ die Grundlage für viele Erfolge gelegt hat, leuchtet leicht ein. Aber wie sollte ich daraus etwas Passendes für mein Leben ableiten? Hat mal jemand 15 Jahre Zeit und einen Personal Trainer für mich?

Doch obwohl ich das Konzept nicht verstanden hatte, habe ich mit dem Bloggen genau das so eine „Keystone Habit“ geschaffen. Ich kenne die offizielle deutsche Übersetzung nicht, aber für mich ist es wie eine Gewohnheits-Lawine, was ich da ausgelöst habe:

Zahnseide

Auf der Suche nach Themen für diese Blog bin ich bei den Tiny Habits von BJ Fogg gelandet. Dort habe ich den Tipp aufgeschnappt und umgesetzt, statt eines großen Zahnreinungs-Verbesserungs-Programm einfach mal jeden Abend direkt vor dem Zähneputzen einen Zahn mit Zahnseide zu reinigen.

Es dauerte keine Woche und ich habe jeden Abend die Hälfte meiner Zähne mit Zahnseide gereinigt – einen Tag oben, den nächsten Tag unten. Diese Gewohnheit mache ich jetzt seit Monaten ohne eine Unterbrechung.

Gewicht

Dann wollte ich mal sehen, ob ich mit einem Quantified-Self-Ansatz meinen Kalorienhaushalt hinterfragen kann. Abnehmen ist schließlich ein Thema, dass vielleicht nicht nur mich interessiert und QS läuft mich schon länger immer wieder über den Weg.

Inzwischen habe ich 5 Kilo weniger auf der Waage und es fühlt sich so an, als ob das noch nicht das Ende ist. Und wieder war das Bloggen der Auslöser dafür.

Rücken

Mein Stehtisch war nur eine Maßnahme, um etwas für meinen Rücken zu tun. Zusätzlich nehme ich seit ein paar Wochen an einem Yoga-Grundkurs teil und lerne dort hoffentlich Übungen, die ich dauerhaft zum Wohle meines Rückens in meinen Alltag integrieren kann.

Was hat Yoga mit dem Bloggen zu tun? Ich folge damit meinem Anspruch „Walk your talk„. Schlaue Reden schwingen fällt mir leicht, aber hier im Blog möchte ich ja gerade über praktische Erfahrungen schreiben. Und da mich zwei Yoga-DVDs und ein Yoga-für-Läufer-Buch nicht dazu gebracht hatten, habe ich mir mit dem Kurs einen Trigger gesetzt, um mich in Bewegung zu setzen.

Aussichten

Es gibt noch mehr Bereiche, in denen „ich besser‘ mich“ in meinem Kopf aktiv ist. Eine weitere tolle Sache habe ich auch schon begonnen, die ich seit Jahren als „sollte ich mal machen“ eingestuft hatte. Aber davon werde ich erst berichten, wenn es sich lohnt.

3 Kommentare

  1. Hi Volker,

    ich seh das minimal anders… 😉

    Keystone-Habits sind in meiner Welt thematisch eingegrenzt.

    Beispiele:

    – Ich gewöhn mir an, morgens das Bett zu machen und räum dann regelmäßig auch meinen Schreibtisch auf.

    – Ich mache morgens drei Liegestützen und nehm dann im Laufe des Tages auch öfter die Treppen statt eines Aufzugs.

    Das Faszinierende daran ist, dass es absolute Kleinigkeiten sein können, die dann schneeballmäßig große Auswirkungen haben.

    Was du beschreibst, würde ich als Meta-Gewohnheit bezeichnen. Das Bloggen ist zwar aufwändiger als eine Schlüsselgewohnheit (so nennen wir im Habit Boot Camp die Keystone-Habits), kann aber übergeordnet, wie du ja auch beschreibst, ganz viele Auswirkungen haben. Für mich hat das Journaling bzw. meine täglichn Morning Pages einen ähnlichen Effekt.

    Keystone Habits sind üblicherweise so simpel, dass sie sich als Tiny Habits bzw. Mikrogewohnheiten etablieren lassen, was auf das Bloggen ja nicht unbedingt zutrifft.

    So meine aktuelle Landkarte. 😉

    LG, Alex

    • Hallo Alex,

      genau diesen Schneeball-Lawinen-Effekt habe ich erlebt und so etwas wurde bei den „Keystone Habits“ beschrieben. Mag sein, dass ich damit den Begriff unpräzise benutze, aber die Freiheit nehme ich mir als Praktiker. Nimm doch einfach in meinem Fall „Ich besser‘ mich“ als thematische Grenze, dann passt es doch 😉

      Und du hast völlig recht, dass das Bloggen ganz und gar nicht „tiny“ ist. Ich möchte damit ja auch keinen Vorschlag zum Nachmachen geben, sondern nur meine Erfahrung berichten.

      Toll fände ich es, wenn jemand beim Lesen eine Anregung bekommt und dann seinen eigenen Weg von der Theorie in die Praxis findet.

      LG Volker

  2. Hi Volker,

    ich seh mich ebenfalls als Praktiker, insofern sind wir da auf der gleichen Seite. – If it works, it works.

    Und trotzdem hab ich für mich persönlich festgestellt, dass Differenzierungen manchmal ihren Wert haben. Ist aber vielleicht auch mehr was für einen Workshop als für einen kurzen Blog Post. 😉 – Wir können ja mal skypen, wenn du Lust hast.

    LG, Alex

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